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UUENCODE
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VIM
Begriffe A-Z

ACAP
Abkürzung für Application Control Access Protocol. Zukunftsweisendes eMail-Übertragungsprotokoll noch in der Versuchsphase?! Zwar ist IMAP4 richtungsweisend, aber es unterliegt noch einigen Einschränkungen. Wer das Medium eMail professionell nutzt, benötigt (weitere) individuelle Einstellungen, z.B. Filter oder Nachrichtenvorlagen. Es wären Mechanismen zum Datenabgleich sinnvoll. Dieses leistet z.B. das IMSP.
Organisationsmöglichkeiten sind nicht nur für eMail, sondern auch für alle anderen Internet-Dienste wie z.B. das Browsen im Web wünschenswert. Mit ACAP steht seit 1995 ein universelles Protokoll zur Verfügung, das es erlaubt, solche Anforderungen zu realisieren. ACAP erlaubt:
  • individuelle Einstellungen auf einem Server abzulegen.
  • das Speichern und den Zugriff aus der Ferne auf Programmoptionen und Konfigurationen serverseitig.

  • Wichtigste Schlüsselfunktion ist die Vererbung: damit lassen sich z.B. Grundeinstellungen in persönliche oder gruppenspezifische Informationen einteilen. Sicherheit gewährt eine Access Control List, in der ein Administrator serverseitig und der Anwender clientseitig festlegen, welche Einstellungen möglich sind. Der Abgleich zwischen Server und lokalem Rechner erfolgt automatisch.


    APOP
    Abkürzung für Authenticated Post Office Protocol. Es ist eine Erweiterung des POP3-Protokolls um das Kommando AUTH, welches den Benutzer beim Mail-Server anmeldet und die darauffolgende Kommunikation absichert. Die Mechanismen sind analog denen in IMAP4. Definiert ist APOP im RFC 1734


    @-Zeichen
    Das @-Zeichen (Klammeraffe) ist der wesentliche Bestandteil einer eMail-Adresse: Jede eMail-Adresse muss EIN @-Zeichen enthalten und besteht damit aus drei Teilen:
    1. Sie beginnt immer mit
      • einer benutzerspezifischen Kennung für den Empfänger (z.B.: Vorname.Nachname, VornameNachname, V.Nachname, VNachname, Nachname oder VN)
      • oder einem verwendungsspezifischen Kürzel (z.B. info, support, sales, webmaster, design).
    2. Es folgt das trennende @-Zeichen, das den ersten Teil der eMail-Adresse vom dritten trennt.
    3. Den Abschluss bildet eine Host-Angabe (meist ein Domain-Name), unter der der Empfänger angemeldet ist (z.B. t-online.de, web.de).
    Eine eMail-Adresse wie "a.mustermann@domain.de" heißt also soviel wie "Alfred Mustermann bei / von Domain".

    Sollte auf einer Tastatur das @-Zeichen fehlen, dann kann es ggf. durch eine Tastenkombination erzeugt werden:
    MS-DOS: [Alt] 6 4 - bei gedrückter Alt-Taste auf dem Ziffernblock nacheinander 6 4 eingeben.
    Windows: [Alt] 0 6 4 - bei gedrückter Alt-Taste auf dem Ziffernblock nacheinander 0 6 4 eingeben.
    Apple Mac-OS: [Alt] [Shift] 1 - gleichzeitig die Alt-, Shift- und 1-Taste drücken.


    Binärübertragung
    Man verwendet für die eMail-Technologie das normale 7-BIT-ASCII-Format und würde damit Versenden von eMails mit Umlauten oder "Attachments" (Anlagen) nicht erlauben, da Umlaute meist im erweiterten 8-BIT-ASCII-Zeichensatz liegen und Programme sowie komplexere Dokumente, wie sie von CAD-, Bildbearbeitungs-, Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulsations-Programmen erstellt werden, unbedingt das achte Bit benötigen.

    Um trotzdem Umlaute (oder HTML-eMails) sowie Attachments versenden zu können werden standardisierte Kodierungs- und Dekodierungsverfahren verwendet. Für Windows ist es das MIME-Format. Wird es vom sendenden UND empfangenden eMail-Client unterstützt, können Sender und Empfänger die Übertragung von Attachments, besonderen Formatierungen und Umlauten der Technik überlassen. Schlägt dieser Automatismus fehl, so müssen Sender und Empfänger manuell die Kodierung bzw. Dekodierung vornehmen.

    Durch die Binärumwandlung vergrößern sich eMails mit einem Attachment um ca. 33 Prozent: Sowohl das unter dem MIME-Standard definierte BASE64-Verfahren als auch UUENCODE verwenden bei der Kodierung nur 6 Bit (statt der erwarteten 7 Bit), denn die ersten 32 ASCII-Werte werden für eine Kodierung nicht verwendbaren Steuerzeichen belegt - so verwendet BASE64 z.B. nur folgende Zeichen:
    A...Z = 26 Zeichen
    a...z = 26 Zeichen
    0...9 = 10 Zeichen
    +     =  1 Zeichen
    /     =  1 Zeichen
    Summe = 64 Zeichen oder: 2 hoch 6 (BASE64)
    Somit ergibt sich: 8 Bit / 6 Bit = 1,333 = ca. 33%. Deshalb empfiehlt sich bei regelmäßiger Übertragung großer eMail-Attachments der Umstieg auf FTP-Anwendungen oder der Einsatz von z.B. Internet basiertem Projekt Management Systemen (IBPM).


    eMail
    Der eMail-Dienst ist heute einer der wichtigsten Dienste im Internet. Er ist jedoch nicht an das Internet gebunden und deshalb auch in anderen Netzwerken verfügbar.
    Zum Versenden reiner Textnachrichten im ASCII-Format entwickelt, erlauben die eMail-Clients heute auch das Versenden bzw. Empfangen von Umlauten, HTML-eMails und "Attachments" (siehe Binärübertragung).
    Die erste elektronische Postzustellung zwischen zwei Rechnern fand 1972 statt. In die Wege geleitet hatte sie Ray Tomlinson, der zuvor (Oktober 1971) das allererste Mail-Programm für das von BBN entwickelte Betriebssystem Tenex geschrieben hatte. Er schrieb ein 200 Zeilen langes Programm ursprünglich zum verschicken von Nachrichten an andere User des selben PCs. An die Kommunikation zwischen mehreren PCs wurde zunächst nicht gedacht. Erst im zweiten Schritt verband Tomlinson die beiden in seinem Büro installierten PCs technisch für Netzwerkpost.
    Als im Juli 1972 das Arpanet-Dateitransferprotokoll geschrieben wurde, berücksichtigte man Tomlinsons Programm in der Endfassung. Im August war das RFC-Dokument fertig, welches das Leistungsmerkmal der Netzwerkpost skizzierte.
    Tomlinson entschied sich damals für das @-Zeichen, um in der Adresse der Nachricht den Namen des Nutzers von dem der Maschine zu trennen. Deshalb enthält heute jede eMail-Adresse neben dem Namen des Empfängers (z.B. mueller oder info) und einer Host-Bezeichnung (z.B. yahoo.com) auch einen Klammeraffen: info@yahoo.com.


    ESMTP
    Abkürzung für Extended SMTP. Erweiterungen zu SMTP. In den RFCs 1425, 1651 und 1869 wurden die Möglichkeiten definiert, mit denen ein Server den Clients die erweiterten Fähigkeiten mitteilen kann, die er unterstützt. Zu den offziell festgelegten Erweiterungen gehören unter anderem Mitteilungen über den Status der Mail-Auslieferung (RFC 1891) oder das Authentifizierungs-Kommando AUTH.


    ETRN
    Abkürzung für Extended TURN. Ein erweitertes TURN-Kommando für SMTP, bei dem ein Server die Gegenstelle beauftragt, die anstehende eMail in einer neuen ESMTP-Session zu übertragen. Definiert in RFC 1985 (SMTP Service Extension für Remote Message Queue Starting)


    HTML-eMail
    E-Mail-Programme wie Outlook, Eudora, PostMe u.ä. erlauben das Versenden und Empfangen moderner HTML-eMails. Dabei handelt es sich um Nachrichten, die wie eine Web-Seite formatiert werden. Sie erlauben Textauszeichnungen, wie fett, kursiv und unterstreichen sowie die Einbindung von Grafiken bzw. Hintergrundbildern. Damit lässt sich die Struktur und Optik verbessern, solche eMails können aber schädliche Programmroutinen enthalten, die theoretisch wie praktisch Festplatteninhalte verändern und ausspionieren können. HTML-eMails, die zudem größer sind als vergleichbare im Standard-ASCII-Format erstellte eMails, sollten deshalb vermieden werden.


    IMAP
    Abkürzung für Internet Message Access Protocol. Es ist ein Standard-Protokoll zur Zustellung von eMails. EMail-Clients wie MS Outlook, Netscape Messanger und Eudora verwenden dieses Protokoll zur Kommunikation mit dem eMail-Server. Im Gegensatz zu POP3 bleiben bei IMAP4 die Nachrichten standardmäßig auf dem Server. IMAP wurde nämlich entwickelt, um Nachrichten nur nach Bedarf zu übermitteln: Der Anwender kann - anders als bei POP3 - wählen, welche Daten er tatsächlich auf den eigenen PC übertragen will. Dazu werden bei IMAP4 zunächst nur die Kopfzeilen übertragen - Anhänge bleiben zunächst unberücksichtigt.
    Weiterhin hat IMAP4 noch mehr interessante Merkmale:
  • Es können hierarchische Mailboxen direkt auf dem Server eingerichtet werden, der Zugriff auf verschiedene Mailboxen istdabei während einer Verbindung möglich.
  • Der Benutzer kann den Nachrichtenstatus auf dem Server verändem, um z.B. gelesene eMails wieder als ungelesen zu markieren und umgekehrt.
  • Es können eMails direkt auf dem Server gespeichert, kopiert oder gelöscht werden, ohne diese vorher auf den Client transferieren zu müssen.
  • Ein wesentlicher Vorteil sind direkte Suchoptionen auf dem Server: muss POP3 zunächst alle Nachrichten blind kopieren, erlaubt es IMAP4 vorab zu selektieren. Dies macht besonders bei der Datenabfrage über Mobilnetze mit PDAs oder Notebooks Sinn (weil Verbindung teuer und langsam ist).

  • Bei allen Vorteilen gegenüber POP3 konnte IMAP sich noch nicht als Internet-Standard etablieren. In erster Linie fehlt es seitens der ISPs an entsprechenden Servern. Grund dafür können die Ressourcen-intensiven Serveroperationen sein.


    IMSP
    Abkürzung für Internet Message Support Protocol. Siehe auch ACAP


    LDAP
    Abkürzung für Lightweight Directory Access Protocol. zu deutsch etwa: einfaches Protokoll für den Zugriff auf Verzeichnisse) • Dieses Protokoll bietet einen Standard für die Kommunikation mit Datenbanken im Internet. Per LDAP können beispielsweise eMail-Verzeichnisse wie Bigfoot und Four 11 nach eMail-Adressen oder Personennamen durchsucht werden. Das Lightweight Directory Access Protocol ist eine vereinfachte Form des Directory Access Protocol (DAP) von X.500. Es soll die Nutzung von Directory Services für `schmale´ Internet-Clients erleichtern, da X.500 als zu komplex und ressourcenfressend für Web-Browser und Mail-Clients (E-Mail-Programme) angesehen wird. Einträge in einem LDAP- oder X.500-Directory erlauben die system- und ortsunabhängige Auffindung und Nutzung aller Objekte in einem Netzwerk, ob es nun Rechner, Verzeichnisse, Dateien, Dienste oder Personen sind. Definiert in den RFCs 1777, 1778, 1959, 1960, 2255, 1823 und 2254.


    Mail-Server
    Internet-eMails werden von sogenannten Mail-Servern transportiert und zwischengelagert. Die persönliche Post kann von einem solchen Mail-Server herunterladen oder umgekehrt zum Weiterversand an diesen geschickt werden. Übliche Protokolle für den Zugriff auf einen Mail-Server sind POP3 und IMAP4 zum Empfangen sowie SMTP zum Senden von eMails.


    MAPI
    Abkürzung für Messaging Application Programming Interface. Von Microsoft definierte Schnittstelle, mit der von jeder Windows-Software aus eMails verschickt werden können. Das Dokument, an dem gerade gearbeitet wird, wird dabei als Attachment angehängt. Zusätzlich sind in MAPI die Standard-Benutzerschnittstellen und -Bedienerführungen definiert. Konkurrent von VIM (Vendor Independent Messaging)


    MIME
    Abkürzung für Multipurpose Internet Mail Extensions, was übersetzt etwa heißt: Vielzweck-Internet-Mail-Erweiterungen. Sie ermöglicht das Versenden und Empfangen von Dateien aller Art über eMail.


    MTA
    Abkürzung für Message Transfer Agent. MTA ist ein Programm, das für die Weiterleitung und Zustellung von eMails zuständig ist. Nach Erhalt einer eMail von einem Mail User Agent (dem eigentlichen eMail-Programm) oder einem anderen MTA analysiert der MTA die eMail und liefert sie entweder an den lokalen Benutzer (bzw. seinen Mail User Agent) aus oder leitet sie an einen anderen MTA weiter. Der im Internet immer noch am häufigsten benutze MTA ist Sendmail.


    MTQP
    Abkürzung für Message Tracking Query Protocol. Entwicklung der Internet Engineering Task Force (IETF) zur eMail-Verfolgung. Mithilfe dieses Kommunikationsprotokolls sollen die Absender von eMails nachverfolgen können, ob / dass ihre Nachrichten auch beim Empfänger eingegangen sind. Man kann den Weg der eMail bis zum Empfänger verfolgen, so wie man z.B. den Weg eines Paketes, dass man bei UPS oder FedEx aufgegeben hat, über das Internet verfolgen. Neben AT&T zählen auch IBM, Lotus, Microsoft, Netscape und Sun Microsystems zu der IETF-Arbeitsgemeinschaft. An der Entwicklung des MTQP-Protokolls, das auch das SMTP-Protokoll umfasst, wurde seit Mitte der 90er Jahre gearbeitet.


    PGP
    Abkürzung für Pretty Good Privacy (Übers.: ziemlich gute Vertraulichkeit). De-facto-Krypto (Verschlüsselungs)-Standard für sichere eMail-Kommunikation, das mit dem Public-Key-Verfahren (öffentliche Schlüssel) arbeitet.
    Um Nachrichten zu verschicken, werden diese mit dem entsprechenden öffentlichen Schlüssel des Adressaten verschlüsselt. Dieser kann die Nachricht dann mit dem geheimen Schlüssel dechiffrieren.
    Weitere Verschlüsselungsalgorithmen


    POP3
    Abkürzung für Post Office Protocol. POP wurde 1984 in Verbindung mit TCP/IP definiert und ermöglicht das Empfangen von eMails auch auf solchen Systemen, die keine dauerhafte Verbindung zum eMail-Server garantieren können. Darum gilt POP3 zusammen mit SMTP (Senden von Nachrichten) als Standard-Protokoll für die meisten eMail-Clients im Internet. (Definiert in den RFCs 1081, 1082, 1225, 1460, 1725 und 1939.) Das POP3-Protokoll ist in der Lage,
  • Nachrichten auf dem Server zu löschen oder liegen zu lassen und
  • Nachrichten ohne vorheriger Übertragung vom Server direkt zu löschen.

  • Wird mehr benötigt, beispielsweise hierarchische Postfächer oder Filter, ist man auf die Funktionalität des Clients angewiesen - das Protokoll bietet nichts dergleichen. Gegebenenfalls muss man auf IMAP (oder ACAP) ausweichen.


    RFC
    Abkürzung für Request for Comments (Übers.: Bitte um Kommentar). Schriftstücke, mittels derer die Internet Engineering Task Force (IETF) Spezifikationen, Vorschläge und Informationen veröffentlicht.


    Sendmail
    Ein MTA, der zu über 80 Prozent bei Mail-Servern im Internet benutzt wird. Ursprünglich für das Unix-Derivat BSD entwickelt, ist er inzwischen für fast jede Plattform verfügbar. Sendmail ist gefürchtet für seine komplizierte Konfiguration beziehungsweise nahezu unlesbare Konfigurationsdateien (sendmail.cf).


    SMTP
    Abkürzung für Simple Mail Transfer Protocol. Standard für den Austausch von eMails zwischen Servern im Netzwerk. EMail-Clients benutzen SMTP nur, um eMails über Port 25 an einen Server zu schicken - nicht aber zum Empfangen. SMTP unterstützt keinerlei Sicherheitsfunktionen. (Definiert in den RFCs 821, 1425, 1651, 1830, 1845, 1854, 1869, 1870 und 2197.)


    UUENCODE
    Abkürzung für UNIX-to-UNIX-Encoding. Ursprünglich für Unix entwickeltes Programm, um binäre Daten in 7-Bit-ASCII zu kodieren, damit sie mit normalen Mail-Messages übertragen werden konnten. UUENCODE und sein Gegenstück UUDECODE sind heutzutage für so gut wie jede Betriebssystem-Plattform verfügbar. Inzwischen nutzen die meisten Systeme und eMail-Clients allerdings MIME für die Übertragung von binären Daten.
    UUENCODE wandelt jeweils drei 8-Bit-Zeichen einer Datei in vier nur aus 6 Bit bestehende Zeichen um und addiert zu jedem Ergebnis eine 32. Das Ergebnis einer eMail-gerechten Kodierung ist dadurch immer eine Ansammlung aus Zeichen, die ohne Probleme an alle Rechnertypen gesendet werden kann:
    ! » # $ % & ' ( ) * + , - . / O 1 2 3 5 6 7 8 9 : ; < = > ? @ [ \ ] _ sowie die Buchstaben A bis Z. UUEncodierte Dateien haben in der Regel die Dateierweiterung UUE.
    Das Programm UUDECODE wandelt diese Zeichen wieder in eine für den PC lesbare Datei um. Die hierzu notwendigen Programme gibt es als PD-Software (Public-Domain) auf vielen Internetseiten. Interessant ist auch das Komprimierungsprogramm WINZIP, das ab der Version 6.2 UUE-Dateien dekodieren kann.


    Verschlüsselung
    Hier eine Liste gebräuchlicher Verschlüsselungs-Algorithmen für eMails bzw. Datenübertragungen

    AES
    Abkürzung für Advanced Encryption Standard. Seit 2000 die Standard-Verschlüsselung in den USA. AES basiert auf dem belgischen Rijndael-Algorithmus, der von den Kryptographie-Spezialisten Joan Daemen und Vincent Rijmen entwickelt wurde.
    Der AES-Standard soll Daten der US-Behörden schützen, die als vertraulich, aber nicht geheim gelten. Es wird erwartet, dass er auch im privaten Sektor Verwendung findet. Zurzeit wird dort vornehmlich eine Weiterentwicklung seines Vorgängers namens Triple DES verwendet.

    Blowfish
    Dieser sehr schnelle Algorithmus bietet besonders bei 32-Bit-Prozessoren eine gute Leistung. Ein Vorteil von Blowfish ist seine variable Schlüssellänge von 32 bis zu 448 Bits. Blowfish gilt als sehr sicher. Der Algorithmus wurde 1994 zum ersten Mal vorgestellt.

    Cast
    Cast arbeitet ähnlich wie DES, ist aber 2- bis 3mal schneller. Der Algorithmus unterstützt variable Schlüssellängen von 40 bis 128 Bits. Das bekannteste Programm, das Cast einsetzt, ist PGP. Der Algorithmus gilt als ziemlich sicher.

    Cayley-Purser-Algorithmus
    Veröffentlicht 1999 von Sarah Flannery, einem 16jähriges Mathematik-Genie aus Irland und benannt nach dem im 19. Jahrhundert aktiven Cambridge-Mathematiker Arthur Cayley und dem Baltimore-Gründer Michael Purser. Der Cayley-Purser-Algorithmus soll 22mal schneller sein als der gängige Krypto-Standard RSA.
    Sarah Flannery erklärte, die Idee zu dem neuen Algorithmus sei ihr in einem zweiwöchigen Praktikum bei Baltimore Technologies gekommen. Der Grundgedanke ist dabei, Matrix-basierte Multiplikationen durchzuführen, statt die von RSA eingesetzte Technik.
    Während die RSA-Verschlüsselung auf extrem langen Zahlenkolonnen basiert (je länger der Zahlenschlüssel, desto sicherer der Code, umso länger dauert die Codierung) nutzt der Cayley-Purser-Algorithmus kleine Zahlen und multipliziert diese.

    Cobra 128
    Der Algorithmus von 1996 gilt als Mutation von Blowfish mit einigen Erweiterungen. Ursprünglich wurde Cobra 128 als Chiffrierer mit 24 Verschlüsselungsrunden und einer Schlüssellänge von 576 Bits entworfen. Durch seine offene Architektur kann er auf größere oder kleinere Blocklängen erweitert beziehungsweise verkleinert werden.

    DES
    Abkürzung für Data Encryption Standard (Datenverschlüsselungs-Standard). Von IBM entwickeltes Verschlüsselungssystem von 1974, das von 1977 bis 2000 von der US-Regierung als offizielles Datenchiffriersystem eingesetzt wurde. In einer symmetrischen Verschlüsselung werden Blöcke zu je 64 Bits mit einem 56-Bit-Schlüssel codiert. DES ist weitverbreitet, wurde allerdings schon einmal geknackt als in einer Gemeinschaftsaktion Anfang 1998 zehntausende Computer in aller Welt über das Internet eine DES-chiffrierte Nachricht in mehreren Wochen entschlüsselt haben.

    Gost
    Dieser Algorithmus ist eine Entwicklung aus der früheren Sowjetunion und gilt als Gegenstück zum DES. Obwohl Gost schon lange existiert, sind bis heute noch keine Schwächen bekannt. Seine Schlüssellänge beträgt 256 Bits.

    Idea
    Idea ist ein möglicher Ersatz für DES. Der Algorithmus arbeitet wie DES mit 64-Bit-Blöcken, benutzt aber einen 128-Bit-Schlüssel.

    MPPE
    Abkürzung für Microsoft Point-to-Point-Encrytion; in Windows integriertes Verschlüsselungsprotokoll. Über das Internet verbindet es mehrere LANs miteinander.

    PC1
    Dieser Algorithmus ist 100%ig kompatibel zu RC4.

    RC2, RC4, RC5
    Die Verschlüsselungs-Algorithmen RC2 und RC4 bieten gegenüber DES eine optional größere Sicherheit, denn die Länge der Schlüssel ist hier variabel. Für den Export aus den USA muss die Schlüssellänge jedoch auf 40 Bits beschränkt werden (Stand 1998). Es gibt aber immerhin die Möglichkeit, eine zusätzliche, bis zu 40 Bit lange Zeichenkette an den Schlüssel anzuhängen.
    RC5 bietet eine Schlüssellänge von 2048 Bits, darf allerdings nicht aus den USA exportiert werden.

    RSA
    Aus den Anfangsbuchstaben der Erfinder (Rivest, Shamir und Adleman) zusammengesetzte Bezeichnung für ein Datenverschlüsselungssystem. Das Verfahren beruht wie die anderen bekannten Public-Key-Verfahren auf der Primfaktorzerlegung von Zahlen, die für hinreichend große Zahlen selbst auf Hochleistungsrechnern nicht in vernünftigen Zeiträumen zu leisten ist.

    S/MIME
    Abkürzung für Secure MIME. MIME-Ergänzung für die Absicherung von eMails durch eine Authentifizierung über Digitale Signaturen und Verschlüsselung aus dem Hause RSA Data Security Inc. Definition (RFC 1521).

    Triple-DES
    Dieser Algorithmus erhöht die Sicherheit des normalen DES-Verfahrens, indem die Daten mit dreifacher Schlüssellänge (168 Bits) verschlüsselt werden.

    TrustedMIME
    Von Siemens 1999 auf den Markt gebrachte Verschlüsselung mit einem 128-Bit-langen Schlüssel und einer zuverlässige Authentisierung sowie Fälschungssicherheit in der eMail-Kommunikation. Dies bewirken ergänzend eingesetzte asymmetrische Schlüssel mit einer Länge von bis zu 2048 Bit für die digitale Signatur. Das Verschlüsselungsprogramm integriert sich bei der Installation automatisch in die weit verbreiteten eMail-Programme Microsoft Outlook/Exchange und Lotus Notes.


    VIM
    Abkürzung für Vendor Independent Messaging. Schnittstelle für eMail- und Dokumentenmanagement-Anwendungen, von Lotus entwickelt und von einem Industriekonsortium unter Führung von Lotus übernommen. Konkurrent zu Microsofts MAPI.


     

    Last Updated: 28.11.2009 - Poly4Media: WebAdmin - © by Poly4Media® 2000-2009